16. September 2021
Birgit Kelle

Die politisch korrekte Sprachsäuberung erfasst die Kunstszene. Im Visier: Ein Museum in Dresden

Was Literaturklassiker, Strassennamen und Mahlzeiten im Namen von Antidiskriminierung, Antirassismus und Dekolonialisierung erlitten haben, erfasst nun auch die Kunstszene: Die politisch korrekte Sprachsäuberung.

Vorbildlich hat sich nun die Staatliche Kunstsammlung Dresden ans Werk gemacht, um ihre über zwei Millionen Exponate, darunter echte Kunstschätze, auf peinlichen Rassismus zu durchforsten und wenn nötig umzubenennen. 143 verdächtige Objekte hat man bereits identifiziert:

Der «Mohr mit Smaragdstufe», eine geschnitzte Holzfigur aus dem Juwelenzimmer des Grünen Gewölbes ist jetzt buchstabenlos durch vier Sterne zum «**** mit Smaragdstufe» ersetzt worden.

Der «Eskimo mit Bulldogge» wurde zum Inuit, der «Kopf eines Negerknaben» zum «Studienkopf eines jungen Mannes» – man hat ihm also gleich noch etwas Bildung verpasst. Vorbildlich!

Das Gemälde «Hund, Zwerg und Knabe» aus dem 17. Jahrhundert heisst nun «Hund, kleinwüchsiger Mann und Junge». Ob der Zwerg sich wirklich als Mann identifiziert, ist noch nicht geklärt.

Klar ist aber, dass «Die Zigeunerin» gehen muss, sie wurde zur «Frau mit Kopftuch», was bitte nicht mit einem Kopftuchmädchen verwechselt werden sollte!

Die «Zigeunermadonna» ist jetzt nur noch «Madonna», dafür aber «mit stehendem Kind».

Konsequent ist zumindest die Änderung von «Portrait eines dunkelhäutigen Sklaven» in ein reines «Portrait eines Sklaven». Die Museums-Besucher sind ja schliesslich nicht blind.

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5 Kommentare zu “Die politisch korrekte Sprachsäuberung erfasst die Kunstszene. Im Visier: Ein Museum in Dresden”

  • herrmeyer sagt:

    Der Wahnsinn nimmt kein Ende ... und man kann sogar davon ausgehen, das es erst der Anfang ist ... es ist wohl nur eine Frage der Zeit, dass nicht nur die die "unkorrekten" Titel ausgebessert wurden, sondern die Kunstwerke/Bilder selbst mit Tipex oder Edding frisiert werden.
    Aber ein Menschenschlag welcher sich diesbezüglich auch an Bibel und Kinderbüchern vergeht, scheint nicht zu bremsen zu sein ...

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    • Ihmfried sagt:

      Letztlich ist eine solche Anpassung an linksgrüne Ideologien nichts anderes als eine Vergewaltigung der Kultur und ihrer Geschichte. Es wird unterschlagen, dass in der damaligen Zeit gewisse Begriffelichkeiten nicht per se diskriminierend oder despektierlich gemeint waren. Man sprach halt damals so.
      Irgendwie hat es was von Kulturrevolution im chinesischen Sinne. Bis jetzt zum Glück noch ohne Tote. 😡😡

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  • Dulsbi sagt:

    Ist die Madonna jetzt aber auch hellhäutig und blond? Wäre es nicht so traurig, man müßte nur noch lachen.

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  • HP-Klaus sagt:

    Arbeitslose, Arbeitsscheue, Abgehalfterte sog. Akademiker bedienen sich am Selbstbedienungs-Regal des Sozial-Staates und schaffen sich Verdienst-Möglichkeiten, denn dieses ganze sinnlose Schmieren-Theater kostet ja eine menge Geld. Ich wünschte mir, Erich Kästner, Heinz Erhard, Werner Finck oder Dieter Hildebrandt nähmen dazu Stellung.

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  • ThW67 sagt:

    Es ist unglaublich ,mit was für einem degenerierten Gedankengut manche Menschen inzwischen ausgestattet sind, sie hinterlassen nur Schutt und Asche und das auf allen Ebenen. Das Schlimmste ist, die Masse schweigt.

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