14. Januar 2022
Thomas Fasbender

Annalena Baerbock hat sich eine feministische Klima-Aussenpolitik auf die Fahne geschrieben. Was Putin sich wohl denkt?

Annalena Baerbocks zehn Minuten vor dem Bundestag: grüne Ministerin, neue Zeit.

Aussenpolitik allein tut's nicht mehr. Alles ist jetzt meta- und multilateral, kohärent, gemeinsam und partnerschaftlich. Zumal im 21. Jahrhundert, dem post-Jahrhundert, postnational und posthistorisch. Fehlt nur, dass sie Aussenpolitik als ganzheitliche globale Seinsgestaltung definiert.

Ohne Attribute wie Klima oder Feminismus ist sowieso alles nichts. Ein grüner Galimathias: Inklusion, Integration, Empowerment.

Klimaaussenpolitik hat sie sich auf die Fahne geschrieben; überhaupt ist der Klimaschutz «die sicherheitspolitische Frage unserer Zeit». Und natürlich feministische Aussenpolitik: Frauen und Mädchen als Bollwerk gegen den Autoritarismus.

Ganz wichtig ist Prävention. Die Ministerin weiss, dass 20 Prozent aller Schlimmwetter-Ereignisse vorhersehbar sind. Jetzt müssen die Staaten nur noch ihre Instrumente kalibrieren und alle werden gerettet, Menschen, Hab und Gut. Potzblitz.

Die aussenpolitische Realität wird nur am Rande gestreift; die Ministerin gewährt ihr eineinhalb Minuten. Und die gelten den Russen; offensichtlich stört Moskau beim Abheben ins grüne Wolkenkuckucksheim.

Putin und Lawrow zittern schon.

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12 Kommentare zu “Annalena Baerbock hat sich eine feministische Klima-Aussenpolitik auf die Fahne geschrieben. Was Putin sich wohl denkt?”

  • Gottardo sagt:

    Viel Vergnügen Frau Baerbock, wenn Sie einmal mit Putin oder Erdogan verhandeln müssen.

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  • KarlSand sagt:

    Der Diktator Putin erkennt in Baerbock & Co Schwächlinge, die er mit seinen aggressiven Drohungen leicht einschüchtern kann. Putin wird an seiner expansionistischen und äusserst aggressiven Außenpolitik festhalten und immer wieder Kriege beginnen und die Souveränität seiner Nachbarstaaten immer weiter einschränken.

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    • Rudolf Otto sagt:

      Und Sie versuchen, uns Sand in die Augen zu streuen. Aber wir fallen nicht darauf herein, sowenig, wie die einzigen Erwachsenen im Raum, Putin und Lawrow, auf das Geschwurbel des Bärbocks hereinfallen. Schliesslich kennen die Russen sich mit richtigen Bären aus.

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      • KarlSand sagt:

        Es wäre schön gewesen, hätte Ihr Beitrag auch ein Minimum an Substanz beinhaltet. Übrigens, wer den Interessenvertreter eines fremdländischen und feindlich gesonnenen Diktators spielt, der verrät sein eigenes Land.

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  • Bauernbursch sagt:

    Da trifft das rotzfreche Leichtgewicht Baerbock auf das außenpolitische Schwergewicht Lawrow. Darauf freue ich mich jetzt schon 🙂

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    • landart sagt:

      Wer ist da eigentlich „rotzfrech“? Und was soll da die Gegenüberstellung von Baerbock und Lawrow? Der russische Außenminister ist der Pitbull von Putin...er ist sich doch für keine Lüge zu schade. Man muss nicht für Baerbock sein, aber sie verdient zumindest Respekt, sich mit so einem „Kerl“ an einem Tisch zu setzen.
      Lawrow ist das Gegenteil von einem Friedenspolitiker...er ist im Auftrag seines Herrn jederzeit bereit, Brandsätze zu werfen und anschließend jede Verantwortung abzustreiten...

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    • KarlSand sagt:

      Sich über Erfolge eines Handlangers eines feindlich gesonnenen Diktators zu freuen, ist auch Verrat am eigenen Land.

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  • Philippe Sommerfeld sagt:

    Ich bin Mal auf das Erste Treffen von Baerbok bei Putin gespannt. Das wird sicher lustig.
    Gegenwärtig sind die Restriktionen zu Hause wesentlich herausforderndes als autokratische Systeme im Osten. Unsere Demokratien sind sehr, sehr schwer angezählt.

    Eigentlich könnten Russland, China, Korea und der Iran, die Menschenrechtsverbrechen in Europa beanstanden und unseren Regierenden die Leviten als Heuchler lesen. Wie gesagt. Das wird sicher lustig.

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  • Resistencia sagt:

    Das Schlimmste was uns passieren kann, ist für Despoten das Beste was ihnen passieren kann.
    Mittlerweise ist es so weit, dass mich deswegen die Vehemenz des Fremdschämens zerfrisst!

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  • AntonHofnarr sagt:

    Die Frage in der Überschrift ist aber wirklich gemein ... :-))) Putin ist - egal wie man ihn bewertet - alles andere als ein Dummkopf. Bei Annalena lehn' ich mich da aus Gründen der eigenen Sicherheit mal nicht so weit aus dem Fenster ... Für mich steht fest: Für Putin ist der neue BRD-Außenkobold ein gefundenes Fressen, denn er wird wohl kaum irgendwo so schnell einen politischen Gegenspieler finden, dem er intellektuell dermaßen haushoch überlegen ist.

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    • Waldi Wick sagt:

      Herrliche Schreibe. Danke und Komplimente, AntonH.!!

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    • Meinrad Odermatt sagt:

      Uriella (von fiat lux) wäre für die deutschen Wähler wohl auch noch in Frage gekommen, wenn sie nicht tot, sondern bei den Grünen wäre. Das ganze ist nur noch eine tragikomische Absurdität. Aber was hört man? Es ist eigentlich egal wer da heute noch als "Regierung" auftritt. Bestimmt wird sowieso woanders... Das ist wohl die politisch korrekte Antwort!

      Oder wie Baerbock sagte: Es ist gut nichts zu verstehen, Sonst ändert sich ja nichts! Alles ganz einfach.

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