19. Oktober 2021
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Matthias Rüb

An einer US-High School wird eine Schülerin mutmasslich vergewaltigt. Doch am Pranger steht ihr weisser Vater

Ein Scott Smith – mit weisser Hautfarbe, Hüftspeck und einem Handwerksbetrieb – muss nach woker Weltanschauung homo- und transphob sein.

Jedenfalls erlangte der Klempner Scott Smith im US-Bundesstaat Virginia am 22. Juni unrühmliche Berühmtheit durch ein virales Youtube-Video: Bei der öffentlichen Sitzung der Schulbehörde war er von Polizeibeamten in Handschellen abgeführt worden. Zuvor hatte ihn eine Frau in einem T-Shirt mit Regenbogenaufdruck als trans- und homophob beschimpft und einen Boykott seines Klempnerbetriebs gefordert.

Was geschah?

Smith und seine Frau Jess verlangen Aufklärung über die mutmassliche Vergewaltigung ihrer Tochter in der Schultoilette der Stone Bridge High School von Ashburn vom 28. Mai. Als Täter hat die Tochter einen «genderfluiden» Mitschüler identifiziert, der am Tattag mit einem Rock gekleidet gewesen sein soll.

Bei der öffentlichen Sitzung vom 22. Juni sagte der Schulbehördenleiter dem entrüsteten Scott Smith ins Gesicht, er und seine Mitarbeiter hätten keine Kenntnis von einem solchen Vorfall in ihrem Schuldistrikt: «Dieser transgender Angreifer existiert ganz einfach nicht.»

Inzwischen weiss man, dass der 15 Jahre alte Schüler nach dem Vorfall vom 28. Mai in aller Stille zu einer anderen Einrichtung des Schuldistrikts transferiert worden war.

An der Broad Run High School in Ashburn, so geht aus Polizeiprotokollen hervor, hat er sich Anfang Oktober abermals an einer Mitschülerin vergangen, diese in einen Klassenraum eingesperrt und dort «unangemessen berührt».

Es handelt sich um den gleichen Schüler, gegen welchen wegen des Vorfalls an der Stone Bridge High School vom 28. Mai in «zwei Fällen von gewaltsamer Sodomie, einem Fall von analer Sodomie und einem Fall von gewaltsamer Fellatio» ermittelt wird.

Mit einer elektronischen Fussfessel steht der mutmassliche Wiederholungstäter jetzt unter Hausarrest.

Der Leiter der Schulbehörde hat seine Aussage von der Sitzung, bei der Scott Smith abgeführt wurde, inzwischen widerrufen.

Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt.

Scott Smith und seine Frau haben Anzeige gegen die Schulbehörde wegen Verletzung der Fürsorgepflicht erstattet. «Mir ist es gleich, ob ein Gewalttäter hetero- oder homosexuell, transgender oder sonst etwas ist», sagt Scott Smith: «Ein Gewalttäter bleibt ein Gewalttäter.»

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