13. September 2021
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Anabel Schunke

Aktivisten schleusen afghanische Flüchtlinge nach Deutschland. Weiss die Bundesregierung von der «Kabulluftbrücke»?

Der letzte Flieger der deutschen Bundeswehr verliess Afghanistan am 26. August: Rund 5000 Afghanen wurden nach der Machtübernahme der Taliban nach Deutschland ausgeflogen. Tausende harren auf der US-Airbase Rammstein aus.

Manch einen stellt das dennoch nicht zufrieden. Linke Aktivisten handeln – wie schon bei der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer – auf eigene Faust. Dass neben den offiziell eingeflogenen Afghanen nun weitere Hunderte hinzukommen, findet aber in der Presse bis dato keine Erwähnung.

Dabei informierte unter anderem die deutsche NGO «Seawatch» in ihrem Newsletter ausführlich über private Rettungsaktionen. «Kabulluftbrücke» nennt sich eine dieser Initiativen, an der sich auch die deutsche Seawatch-Aktivistin Mattea Weihe beteiligt. 

Im Newsletter heisst es: «Während die deutsche Bundesregierung zögerte, gelang es der Initiative, sich über bürokratische Grenzen hinwegzusetzen und in den letzten zwei Wochen über 200 gefährdete Personen aus Afghanistan zu evakuieren.»

Sich über «bürokratische Grenzen» hinwegsetzen, ist ein netter Euphemismus für Schleuserei.

Ob die Bundesregierung davon weiss?

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2 Kommentare zu “Aktivisten schleusen afghanische Flüchtlinge nach Deutschland. Weiss die Bundesregierung von der «Kabulluftbrücke»?”

  • Janosh sagt:

    2015 lässt grüssen - Die Geister die SIE rief, werden wir nie mehr los.

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  • HP-Klaus sagt:

    Im SWR-Rundfunk habe ich gehört,daß über 30.000 Menschen aus Afghanistan auf der Airbase in Rammstein "zwischengelagert" sein sollen, bevor sie nach USA oder sonstwohin weitergeleitet werden. Viele haben schon einen Asyl-Antrag in Deutschland gestellt. Darüber konnte ich bisher nirgendwo weiteres hören. Vielleicht kommt da auch noch etwas durch die Hintertür auf und zu - natürlich erst nach dem 26. September?

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