22. Oktober 2021
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Leif-Erik Holm

AfD-Sexpartys: Die Medien beschwören eine Nicht-Geschichte, die zu schön ist, um wahr zu sein

Sexpartys im Schweriner Landtag?

Diesem Geraune gehen gerade grosse Teile der deutschen «Medienschaffenden» nach.

Klar, sex sells!

Oder treibt sie die Sehnsucht ihrer Fantasie?

Wer weiss. 

Beweise haben sie jedenfalls keine. Aber ein bisschen spekulieren wird man doch dürfen. Oder?

Ausserdem geht es gegen die AfD, da kann man auch mal auf Quellenkritik, journalistische Sorgfaltspflichten und eigene Recherche verzichten.

Die Nichtgeschichte ist schnell erzählt: Ein anonymer Autor verbreitet ein anonymes Schreiben, in dem anonyme Zeugen zitiert werden, die ohne Belege fantastische Vorwürfe erheben.

Eine lokale Zeitung (SPD-nah) greift es auf, und schon diskutiert die Republik: Spiegel, Tagesspiegel, sogar die Deutsche Presseagentur – jeder greift die Story auf.

«Soll», «kann» und «könnte» ja schliesslich was dran sein.

Aber, der Landtag selbst findet keine Hinweise, trotz eingesetztem Sonderermittler.

Und: Der Plenarsaal ist grundsätzlich verschlossen und wird videoüberwacht – alles störende Fakten.

Ins Visier der Behörden gerät nun derjenige, der diese Fabel auf Facebook veröffentlichte.

Zu Recht.

Wie heisst es so schön in deutschen Redaktionsstuben nach einer geplatzten Enthüllung: «Schöne Geschichte. Schade, dass sie nicht stimmt.» 

Sie ist Sinnbild des deutschen Journalismus.

Leif-Erik Holm ist Landesvorsitzender der AfD in Mecklenburg-Vorpommern.
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4 Kommentare zu “AfD-Sexpartys: Die Medien beschwören eine Nicht-Geschichte, die zu schön ist, um wahr zu sein”

  • onckel fritz sagt:

    Auch eine Art Normalisierung der AfD: Die Steigerung vom Erzfeind über den Todfeind zum Parteifreund scheint sich in den letzten Jahren auch in dieser Partei zu etablieren, vom kleinen Kreisverband (selbst erlebt und ausgetreten) über aus dem Netz und den Medien bekannt gewordene Querelen im Landes- und Bundesvorstand. Schade, eigentlich wollten wir eine Alternative zu den Kartellparteien bieten.

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  • Fischkopp sagt:

    Herr Holm bei der Weltwoche, klasse! Einer der Besten der AfD.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Die Medien in dieser BRD, die meisten sind letztlich nichts anderes als das Propaganda-Ministerium des Systems. Insofern brauchen sie sich nicht über die Methoden eines J. Goebbels zu echauffieren, sie praktizieren sie nämlich selbst. Sie, die immer und immer wieder die unschönen Dinge, die inzwischen mehr als ein Dreivierteljahrhundert vorüber sind, hervorkramen, um sie anzuprangern. Schlußgefolgert könnte man sagen: sie sind die Faschisten der Gegenwart.

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  • Joerg Sulimma sagt:

    Man muß immer wieder an Rudolf Augsteins journalistisches Credo erinnern, "Sagen, was ist!". In Kommentaren darf gern interpretiert werden, aber bitte gegründet auf Fakten. Diese Jounalisten berufen sich bei jeder Gelegenheit auf die Pressefreiheit. Diese gibt aber nicht nur Rechte sondern auch Pflichten. Die Pflicht zur gründlichen Recherche, die Pflicht, wahrheitsgemäß und ausgewogen zu berichten und nicht sofort zu kommentieren, auch die Pflicht zu Maß und Anstand. Quod erat demonstrandum.

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