03. Dezember 2021
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Alice Weidel

Abschied der Kanzlerin: Machen Sie’s gut, Frau Merkel

Versöhnliche Abschiedsworte für Angela Merkel fallen mir tatsächlich nicht leicht. Das heisst aber nicht, dass ich keinerlei positive Eigenschaften an ihr erkennen konnte.

Ihre vollkommen uneitele Art ist sicherlich einmalig in der Geschichte der Kanzler der Bundesrepublik.

Was ich persönlich in den zahlreichen Telefon-Konferenzen mit den Fraktionsvorsitzende in der Corona-Zeit feststellen konnte, ist, dass sie stets sehr konzentriert und aufmerksam den Diskussionen folgt. Dem zolle ich durchaus Respekt.

Ihr grösster Verdienst ist aber ihre Rolle als Geburtshelferin der AfD: Ohne ihre verheerenden Fehlentscheidungen und Rechtsbrüche wäre unsere Partei möglicherweise 2017 nicht so fulminant in den Bundestag eingezogen. Dafür danke.

An den Folgen ihrer sechzehn langen Jahre währenden Herrschaft wird Deutschland indes noch lange schwer zu tragen haben. Angela Merkels profundes Unverständnis für die Idee der Freiheit und bürgerlichen Eigenverantwortung hat das fatale Erbe des Obrigkeitsstaats wiederbelebt und das Land tief gespalten.

Von der Nachfolgeregierung ist Besserung nicht zu erwarten. Im Gegenteil; zumal Frau Merkel die abgewählte Regierungspartei CDU, der sie nach eigenem Bekunden irgendwie «nahesteht», in einem desolaten Zustand der inhaltlichen Entkernung hinterlässt, die sie unfähig zur Opposition macht.

Trotz allem: Machen Sie’s gut, Frau Merkel.

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6 Kommentare zu “Abschied der Kanzlerin: Machen Sie’s gut, Frau Merkel”

  • onckel fritz sagt:

    Unabhängig vom Inhalt gebührt Frau Weidel Respekt für diesen Nachruf. Ähnliche Fairness hatte die AfD zu keiner Zeit erfahren. Was besonders erbittert, dass Frau Königin einfach gehen kann, wie und wann es ihr behagt und sie nicht mit Schimpf und Schande, Mistforken und Dreschflegeln aus dem Amt und der Partei gejagt wurde.

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  • Propagandastaatsfunk sagt:

    Sie hat das Land zur DDR2. 0 geführt und die CDU absichtlich zerstört, hat eine grüne Lügnerin bevorzugt und kurz vor der Wahl in Rom auf die Frage eines Journalisten, wer neuer Kanzler werde, geantwortet, > Ich denke Olaf Scholz <. Sie wollte eigentlich Frau Bockbier nur die musste ja 14 Mal ihren Lebenslauf ändern und danach musste ein neuer Kandidat her, den die MSM sofort hoch gejubelt hatten. Merkel war IM der Stasi und wird jetzt mit 9 Mitarbeitern weiter im Bundestag agieren, widerlich.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Zum letzten Satz des Artikels: "Machen Sie es in Ihrem privaten Leben besser als in Ihrem politischen, Frau Merkel ... denn viel schlechter geht's kaum ... zum Leidwesen der steuerzahlenden Bürger dieses Landes, denen Sie zwar sehr wenig gegeben, dafür aber um so mehr genommen haben."

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  • Joerg Sulimma sagt:

    Es ist für mich nicht nur das "profunde Unverständnis für die Idee der Freiheit und bürgerlichen Eigenverantwortung". Es ist das Unverständnis für das Wesen der Demokratie, der "Herrschaft des Staatsvolkes" an sich. Vielleicht war das bei ihrer staatsnahen Sozialisation in der DDR auch zu viel verlangt. Sie hat diese Tendenzen zur Zentralisation aber dennoch mutwillig befördert, ich denke nur an die Einmischung nach der Landtagswahl in Thüringen. Ich wünsche ihr schon alles Gute...uns aber auch!

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  • Der Michel sagt:

    Es wäre zu viel der Ehre für die scheidende Kanzlerin, den desolaten Zustand dieses Landes, unserer Gesellschaft und "ihrer" Partei alleine auf ihr Konto zu verbuchen: Dazu bedurfte es schon auch des ausgeprägten Untertanengeistes, des Mitläufer- und Denunziantentums, der Obrigkeitshörigkeit und der Gschaftlhuberei, die im "deutschen Wesen" - an dem die Welt definitiv nie "genesen" wird - so tief verankert sind. Aber sie hat es verstanden, diese Eigenschaften zu neuer Blüte zu bringen.

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