12. Oktober 2021
Matthias Matussek

Abschaffung des Priester-Amtes: Die deutschen Katholiken suchen schon wieder nach einer neuen Kirche. Wer bremst die Übereifrigen?

Die «progressiven» deutschen Katholiken suchen schon wieder nach einer neuen Kirche.

Was sie bisher von den Protestanten vorwiegend unterschied, war Sakralität und Kult, war zum Beispiel das Weiheamt des Priesters, hergetragen in uralter Tradition durch die Aussendung der Jünger durch Jesus, die für ihr Amt gesegnet wurden. Luther schuf das ab.

Jeder sollte Priester sein können, jeder sei unmittelbar zu Gott, der Kult – die Weihe, der Segen, das Geheimnis der Eucharistie – sei Neben- und Nebelwerk, was zähle sei die Schrift und der Glaube.

Papst Franziskus selbst hatten die Kirche auf den Reformweg geschickt, den «synodalen Weg». Allerdings musste er die übereifrigen Deutschen mehrmals bremsen.

Nun hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, gesagt: «Kein Mensch kann sagen, die deutsche Kirche ginge daran, das Priesteramt abzuschaffen.» Allerdings steht in einem soeben verabschiedeten Änderungsantrag der in Frankfurt tagenden Synodalen der Satz: «Das Forum soll sich mit der Frage auseinandersetzen, ob es das Priesteramt überhaupt braucht.»

Bätzings Dementi erinnert stark an ein anderes berühmtes: «Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen» Eine Woche später rückten die Baukolonnen aus.

Für die besorgten Katholiken hat Bernhard Meuser, Initiator des millionenfach aufgelegten Jugendkatechismus «Youcat», eine Petition an Rom gestartet – und vor der zeitgeistigen Abrissbirne gewarnt, die weitere Hunderttausende, diesmal Konservative, zum Boykott der Kirchensteuer und damit aus der Kirche treiben könnten.

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