02. September 2021
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Wolfgang Koydl

Nie wieder 2015? Das Remake läuft längst: Hunderttausende Afghanen, die für den Westen gearbeitet haben, bekommen in Europa Asyl

Der orientalischen Märchen-Sammlung «1001 Nacht» verdanken wir das «Sesam-öffne-dich» – den Schlüssel zu sagenhaften Schätzen.

In der Realität sind es Segnungen des Wohlfahrtsstaates, die sich orientalische Märchen-Erzähler erschliessen – mit einem anderen Zauberwort: Asyl.

Doch nun gibt ein brandneues «Sesam-öffne-dich»: «Ortskraft».

Es bezeichnet alle, die in Afghanistan für den Westen gearbeitet haben.

Hunderttausende sollen es sein. Allein Deutschland hat 13.000 Personen eine Rettungszusage gemacht, konnte 4000 ausfliegen.

Unter ihnen waren – Trommelwirbel – hundert Ortskräfte. Toll.

Wer waren die anderen? Genau weiss das niemand. Das gilt auch für die 20.000 Afghanen, die Amerika auf seinem Stützpunkt im deutschen Ramstein geparkt hat.

Reisen die in die USA? Weiss auch niemand. Aber die ersten leben schon in Kaiserslautern.

«2015 darf sich nicht wiederholen», lautet das Mantra. Komisch, war man nicht mal stolz auf die Willkommenskultur?

Die Wahrheit ist: Die Wiederholung ist längst angelaufen. Sag nur ein Wort – Ortskraft.

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